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| Titel: | Kops |
| Beschreibung: | Verbrechen kennen die Polizisten im schwedischen Högsboträsk nur aus dem Fernsehen. Mangels krimineller Energie in der Provinz soll nun ihre Dienststelle wegrationalisiert werden. Um das zu verhindern, organisieren die Ordnungshüter in ihrem blitzsauberen Dörfchen die Kriminalfälle kurzerhand selbst: Da geht auf einmal die Würstchenbude in Flammen auf, der ortsansässige Trunkenbold wird mit Schnaps bestochen, damit er einen Ladendiebstahl begeht, und schließlich wagen sich die sechs Polizisten sogar an einen ganz großen Coup und entführen den Dorftrottel... „Kops“ ist nach „Jalla! Jalla!“ der zweite Überraschungserfolg des in Schweden lebenden Libanesen Josef Fares. Über eine Million Zuschauer hatte „Kops“ in Schweden. Eine beachtliche Zahl, bedenkt man, dass es nur gut acht Millionen Schweden gibt. Wie auch schon in seinem ersten Spielfilm beschäftigt sich Fares auch diesmal vor allem mit der Komik, die sich aus der Diskrepanz zwischen Realität und Wunschträumen ziehen lässt. Da löst dann ein umgekippter Abfalleimer im Naherholungsgebiet bereits eine umfangreiche Spurensicherung aus, und auch das Füttern einer Katze oder das Einfangen einer Kuh kann mit genügend Phantasie zur beinahe lebensbedrohlichen Aktion werden. Fares gerät einfach alles zur absurd-komischen Situation. Dabei wechselt „Kops“ den Ton seiner Gags immer wieder, und so ist für den feinsinnig-eleganten Humoristen ebenso etwas dabei wie für den Freund des temporeichen Slapsticks. Die Dialoge brillieren in ihrer subversiven Komik, die schrulligen Charaktere sind liebevoll gezeichnet und fein nuanciert. Die rührende Tollpatschigkeit der sechs Gesetzeshüter ist rundum herzerfrischend. Das Drehbuch von Josef Fares und Michael Hafström schillert vor bunt zusammen gewürfelten, originellen und immer wieder völlig überraschenden Einfällen. Kein Wunder, dass Hollywoods Krawall-Komiker Adam Sandler bereits an einem groß aufgeblasenen Remake arbeitet. RegisseurIn:
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| Kommentar: | Hinreißend,liebenswerte Krimikomödie mit Kult-Potential.
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| Bewertung: |      |
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| Titel: | Hurensohn |
| Beschreibung: | HURENSOHN ist die kongeniale Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gabriel Loidolt, der die Geschichte des "Hurensohns" Ozren erzählt: Mit drei Jahren musste Ozren seiner Mutter nur beim Schlafen zuschauen, um zu wissen, dass sie die schönste Frau der Welt ist. Eine Königin. Mit neun Jahren konnte er nicht verstehen, warum ihn die Leute auf der Straße einen Hurensohn schimpfen, obwohl die Mama doch stets versichert hat, dass sie als Kellnerin arbeitet und nur deshalb am Abend so selten zuhause ist. Mit 16 weiß Ozren Bescheid. Der strenggläubige Katholizismus seiner Tante Ljilana, die liberal-philosophischen Lebensweisheiten seines Onkels Ante, aber vor allem die Freundschaft zu Pepi, der unten in der Mercedesbar als Rausschmeißer arbeitet, haben ihm die Augen geöffnet. Zumindest ein kleines Stück. Jetzt will er hinter das ganze Geheimnis seiner Mutter kommen. Aber gerade das führt zur Tragödie. "Ich halte 'Hurensohn' für einen ganz wundervollen Stoff, weil dieser Roman eine völlig unsentimentale, sehr kunstvolle Sprache hat und ganz aus der Sicht einer Person agiert, aber gleichzeitig eine Menge Figuren zeichnet, die alle ihr Eigenleben und ihre Würde haben. Und auch wo es um unangenehme und unerfreuliche Dinge geht, wird das nie jammernd oder um Mitleid heischend, sondern alles bleibt völlig klar. RegisseurIn:
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| Kommentar: | Ich finde, Gabriel Loidolt hat uns unglaublich viel gegeben, auch wenn wir im Drehbuch dann doch ein Stück von der Vorlage weggegangen sind. Aber 90 Prozent unserer Substanz haben wir ihm sicher zu verdanken." (Michael Sturminger)
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| Bewertung: |      |
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| Titel: | Böse Zellen |
| Beschreibung: | Ein Schmetterling schlägt mit den Flügeln und löst damit einen Sturm über dem Golf von Mexiko aus, der seinerseits zu einem schrecklichen Flugzeugabsturz führt. Das Schicksal will, dass die 24 jährige Manu als einzige überlebt. Sechs Jahre später: Manu arbeitet im Supermarkt einer österreichischen Kleinstadt. Das Leben, dass sie mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter, ihren Geschwistern und Freunden verbringt, weitet sich durch alte und neue, zufällige und gewollte Bekanntschaften zu einem Netz von Beziehungen, das sich durch Ursache und Wirkung ständig weiter webt. Die Schicksale all derer, die in diesem Netz gefangen sind, bestimmen sich durch selbstgefällte Entscheidungen, die oft zu Liebe, Verständnis und Glück führen. Aber auch zu Schuld, Leiden und sogar zum Tod. „Das Thema zwischenmenschlicher Anhängigkeiten hat mich immer fasziniert und war Grundlage für die Entwicklung der Hauptpersonen von “Böse Zellen”. Ich habe sehr bewusst Kombinationen von Menschen aus unterschiedlichen Welten gewählt, denen allerdings zwei Wesenszüge gemein sind: einerseits ihre Abhängigkeit von anderen, andererseits ihre tiefe Einsamkeit. Sie alle kämpfen für etwas oder jemanden, wobei keiner und keine von ihnen zu verstehen scheint, was ihnen wirklich fehlt. Gleichzeitig zeichnet sie aber eine starke Lebendigkeit aus, auch wenn sie mutlos sind: die unglaubliche Art und Weise wie sie immer wieder hochkommen, einfach immer weitermachen.“ Barbara Albert Barbara Albert, 70er Jahrgang, in Wien geboren, hat 1999 mit "Nordrand" international für Aufsehen gesorgt. Ihr Stil lässt sich gut als bitterer Realismus beschreiben: Ihre Figuren entstammen häufig der unteren Mittelschicht, sie sind nicht besonders hübsch, nicht besonders glücklich und sie haben keine besonders guten Perspektiven. Barbara Albert scheint sie trotzdem zu lieben, oder zumindest so ernst zu nehmen, dass sie ihnen Leben einhauchen kann. Obwohl ihre Geschichten nicht wirklich Spaß bereiten, fesseln sie von der ersten bis zur letzten Sekunde. Alltagstristesse – wenn das einzige Glück darin besteht, beim Gewinnspiel im Supermarkt mitzurubbeln – wird in "Böse Zellen" zum menschlichen Abenteuer. RegisseurIn:
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| Kommentar: | Fazit: Ein beeindruckendes Kaleidoskop menschlicher Traurigkeit. Die Regisseurin Barbara Albert ist eine große Könnerin, die die Niederungen des Lebens beschreibt, dabei aber nie die filmische Poesie vergisst.
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| Bewertung: |      |
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| Titel: | The Day after Tomorrow |
| Beschreibung: | Sie verschwinden. Alle. Die Vögel verlassen New York wie die Ratten das sinkende Schiff. Entgeistert schauen die Menschen zum Himmel empor. Der Anblick ist verwirrend und Furcht einflößend. Das unheimliche Rauschen der Schwingen erfüllt die Luft, immer mehr Vögel vereinen sich zu gewaltigen Schwärmen, die gen Süden streben. Sie werden nie wieder zurückkehren. In Roland Emmerichs Endzeitvision "The Day after Tomorrow" bekommt die Menschheit die Quittung dafür serviert, dass sie die Erde behandelt, als hätte sie noch eine zweite im Kofferraum, wie es in der Öko-Transparentsprache der 80er Jahre hieß. Emmerich, der in Deutschland seine politische Sozialisation auf der Kippe zwischen Willy Brandt und der Friedensbewegung erlebte, war stets bekennender Grün-Wähler. Anfang der 90er zog er vom Schwabenland ins Spielbergland, wo er die Kunst des "Independence Day"-Trümmerfilms erlernte. In "The Day after Tomorrow" kann er nun beides vereinen: seine Lust am Effektkino und die frühe Latzhosengesinnung der Anfänge seiner deutschen Regiekarriere. Der Film beginnt ironischerweise mit einer Szene, die an den Anfang des Animationstrickfilms "Ice Age" erinnert. Jemand steckt einen Gegenstand in einen Eisberg, worauf ein ungut knackendes Splittergeräusch ertönt. In "Ice Age" war der Gegenstand die Eichel des Eichhörnchens, in "The Day after Tomorrow" ist es das Bohrgestänge eines Polarforschers. Ein gewaltiges Eistrumm spaltet sich ab, bringt die Zirkulation des Golfstroms durcheinander, und bald darauf sind Chaos-Tage im Wetterstudio. Der Countdown zur zweiten Eiszeit beginnt. Emmerich inszeniert die Öko-Apokalypse mit strafender, unbarmherziger Faust. Mittendrin im Inferno ein Klimaforscher (Dennis Quaid), der den ganzen Schlamassel vorausgesagt hatte, ein Haufen Militärs und Politiker, die entweder hops gehen oder reuig ihrer Vergangenheit abschwören, und des Klimaforschers Sohn (Jake Gyllenhaal), der sich im tiefgefrorenen New York in eine bibbernde Schöne (Emmy Rossum aus "Mystic River") verliebt. Die allgemeine Rette-sich-wer-kann- Panik wird durch streunende Wölfe, einen durch Manhattans Straßenschluchten treibenden Öltanker und den Eissturm aller Eisstürme noch gesteigert. Emmerich grundiert sein knalliges Spannungskino mit einer gefühligen Geschichte um zerbrochenes Eheglück und die Liebe eines Vaters zu seinem entfremdeten Sohn. Zwischendurch gibt es auch Momente trotzigen Humors, etwa wenn abschmierende Europäer einen letzten Toast aussprechen: "Auf England!" - "Auf die Menschheit!" - "Auf Manchester United!" Dass die Folgen der Giga-Katastrophe dennoch räumlich begrenzt bleiben und den Helden eine rettende Enklave gewährt wird, mag angesichts der behaupteten Dimensionen des Desasters verwundern, gehört aber zum pädagogischen Grundgerüst des Films. Der Klima-Gau ist bei Emmerich ein reinigendes Gewitter, das auch seine guten Seiten hat: Endlich können die Astronauten in der Weltraumstation die Erde ohne Smogmantel sehen. RegisseurIn:
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| Kommentar: | "The Day after Tomorrow" ist Roland Emmerichs eigenständigster und bester Film geworden, was nicht nur an der Kraft seiner Bilder liegt, sondern auch einem erstklassigen Dennis Quaid, der dem Spektakel eine glaubwürdige Erdung verleiht. Die Menschheit kommt also noch einmal mit einem blauen Auge davon. Denn wie sich erweist, hat sie zwar keine zweite Erde im Kofferraum, aber dafür die Dritte Welt. Und immer dran denken: Wer die Erde liebt, der schiebt.
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| Bewertung: |      |
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| Titel: | Der Untergan |
| Beschreibung: | Ein weiterer Beitrag zum Untergang des Experiments „III. Reich“? Ja. Historisch nichts Neues, dass Berlin in einem Bombenhagel versank weiß heute jeder, dass es den „Führerbunker“ unter der Reichskanzel gab auch, dass Hitler Eva Braun geheiratet hat und sich mit ihr zusammen das Leben nahm auch. Also wozu diesen Film? Um Bruno Ganz in der Rolle des Hitler zu sehen – eine Glanzleistung, ohne Frage. RegisseurIn:
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| Kommentar: | Gleichzeitig finden sich Produzent und Darsteller in einer Situation wieder, in der sie sich genötigt sehen ihr Tun (nämlich Adolf Hitler auf die Kinoleinwand zu bringen) zu rechtfertigen (siehe Interview vom 13.09.2004 in „Beckmann“ ARD) Herr Ganz als Schauspieler musste sich dieser Figur des personifizierten Bösen so weit ihm dies möglich war nähern. Natürlich. Wie Herr Ganz gesagt hat:“ Es war kein Elefant, kein Marsmensch, sondern ein Mensch mit allen menschlichen Eigenschaften“ Weltweit, speziell im deutschsprachigen Raum fragt sich heute die Nachfolgegeneration „Was war an diesem Mann, dass ihm Millionen Menschen gefolgt sind?“ Leider gibt uns der Film auch keine Antwort.(Etwas, dass der Film auch nicht erreichen wollte – doch wieder die Frage wozu dann dieser Film?) Vielleicht liegt die Antwort nicht in der Person Adolf Hitler. Die war doch eigentlich eine Kunstfigur, Schicklgruber hat der Adi eigentlich geheißen. Zeitgenossen beschrieben immer wieder sein Charisma. Hatte er das von Anbeginn, schon als Kartenmaler und Männerheimbewohner in Wien? Oder verwechselten sie es mit ihrer eigene Angst vor einem Mann der die Gunst der Stunde genutzt hatte und die Macht aufsog wie ein Schwamm? Macht ist ein herrliches Parfum. War Hitler ein Mann den irgendjemand (abgesehen von denen die durch und mit ihm reich und mächtig wurden) bewundern konnte, oder war die Reaktion auf ihn ähnlich der auf einen Unfall den man zufällig beobachtet – das Schreckliche passiert und doch kann man die Augen nicht abwenden. Vielleicht schneiderte er sich eine Rolle auf den Leib und seine Bühne war die Welt, die Statisten das deutsche Volk? Man darf nicht vergessen die Massen die ihm (zumindest am Anfang) zugejubelt haben wurden geblendet von einer in allen Einzelheiten geplanten Performance. Uniformen, Paraden, Fahnen, mitreißende Reden, schöne Menschen, Aussicht auf Arbeit und die Chance die größte Nation der Erde zu werden. Wer kann da schon widerstehen? Vielleicht konnte auch der große Bruno Ganz nicht vermitteln warum Hitler die Menschen verführte weil hier ein Darsteller den anderen übertreffen wollte. Es wäre so schön bequem zu sagen: „Er war es! Aber jetzt ist er ja tot und das Gute hat gesiegt!“ Nein, ich befürchte so einfach können wir es uns nicht machen. Regie: Oliver Hirschbiegel Drehbuch; Produktion: Bernd Eichinger Darsteller: Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara; Juliane Köhler, Corinna Harfouch u.v.a.
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| Titel: | La Mala Educacion - Schlechte Erziehung |
| Beschreibung: | Pedro Almodòvar erzählt Geschichten von der Liebe. Liebe zwischen Männern und Frauen, Männern und Männern, Müttern und Kindern. Er tut dies auf seine ganz eigene unverkennbare Weise. Keine seiner Geschichten ist einfach, gerade oder gar simpel. Jede seiner Figuren trägt ein Geheimnis in sich und er verführt den Zuseher mit ihm auf eine Reise zu gehen und dieses Geheimnis zu lüften.
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| Kommentar: | Unser Kommentar:Ignacio und Enrique sind ungefähr zehn Jahre alt, gehen auf eine Klosterschule und lieben sich. Padre Manolo liebt Ignacio der eine engelsgleiche Stimme hat und damit den Padre in seinen Bann zieht. Viele Jahre vergehen, Enrique wird ein gefeierter Filmregisseur. Unerwartet besucht ihn seine Jugendliebe Ignacio, doch Enrique erkennt den Freund kaum wieder. Ignacio überreicht ihm ein Manuskript mit einer Geschichte über ihre Kindheit und Enrique macht einen Film daraus. Mit großer Stilsicherheit vereint Almodòvar die drei nun entstehenden Handlungsstränge. Die Geschichte die er uns erzählt, die Geschichte die Ignacio geschrieben hat und den Film den Enrique daraus macht. Zu Beginn glaubt der Zuseher die Wahrheit zu kennen, doch nach und nach entdeckt er, dass nichts so ist wie es scheint. Wenn Ihnen „Alles über meine Mutter“ oder „Sprich mit ihr“ gefallen hat, sehen sie sich auch diesen Film an. Kennen Sie keinen seiner Filme, dann ist hier eine gute Gelegenheit sich in die Welt des Pedro Almodòvar führen zu lassen. Pedro Almodòvar, der Antonio Banderas in Spanien zum Star machte („Fessle mich!“), wurde 1951 in Spanien geboren. Er galt lange Zeit als das enfant terrible des spanischen Films, doch dieser letzte wie auch die beiden vorangegangenen Filme (siehe oben) beweisen, dass dieser Mann viel mehr ist als das – nämlich ein ernstzunehmender Künstler, der zu seinem ganz besonderen Stil gefunden hat. Regie, Drehbuch: Pedro Almodòvar Darsteller: Gael Garcia Bernal; Fele Martinez; Francisco Boira, Javier Camara
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| Titel: | Silentium |
| Beschreibung: | Der österreichische Film lebt. Nach dem Erfolg von „Komm süßer Tod“ haben sich Murnberger und Hader wieder zusammengetan und das nächste Buch von Wolfgang Haas verfilmt. Ein solider spannender Krimi, garniert mit trockenen Witzen und einem Brenner, der kein anderes Gesicht mehr bekommen darf. Denken sie an James Bond, na wie sieht der „richtige“ Bond aus? Genau und der Brenner hat auch schon so ein Gesicht.
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| Kommentar: | Die Geschichte: Der ehemalige Kriminalbeamte Brenner arbeitet als Kaufhausdetektiv und bei Ausübung seiner Pflicht kommt er an die falsche Diebin, einer prominente Dame aus der Salzburger Festspielgesellschaft und er verliert seinen Job. Die Dame trifft er allerdings bald unter anderen Umständen wieder, ihr Mann hat sich nämlich vom Mönchsberg gestürzt. Hat er? Oder hat ihn jemand geschupst? Seine Recherche führt den Brenner in ein Knabenseminar und zu den nicht ganz sauberen Machenschaften die dort vorgehen, hier trifft er auch den hervorragenden Joachim Król in der Rolle des Sportpräfekten Fitz. Eigentlich ist die Geschichte viel zu vielschichtig um sie erzählen zu können. Mein Tip: Ins Kino gehen eine Tüte Popcorn kaufen, zurücklehnen und genießen. Wer Lust hat kann noch die „versteckten Bilder“ im Film suchen, zum Beispiel Anspielungen auf Hitchcock Filme wie „Vertigo“ oder der „Unsichtbare Dritte“! Regie: Wolfgang Murnberger Drehbuch: Wolfgang Murnberger und Josef Hader nach Wolf Haas Darsteller: Josef Hader, Simon Schwarz, Joachim Kròl
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| Titel: | Supersize me! |
| Beschreibung: | In Amerika gibt es bereits eine neue Tradition, den Unterhaltungsdokumentarfilm dessen wohl berühmtester Vertreter Michael Moore ist. Auch „Supersize me“ von Morgan Spurlock ist so ein Unterhaltungsdokumentarfilm mit einem für uns Europäer wohl typisch amerikanischem Thema: Fast Food. RegisseurIn:
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| Kommentar: | Jeder weiß, dass Rauchen und Fast Food und Bewegungsarmut ungesund sind, Morgan Spurlock zeigt in sehr drastischer Weise mit Hilfe eines Selbstversuches, dass es definitiv krank macht. Innerhalb eines Monats in dem er sich nur von dem ernährte was McDonalds als Nahrungsmittel verkauft erreichte er einen lebensbedrohlichen Zustand. Amerika ist das Land mit den fettesten Menschen der Welt, das sich in Staaten einteilen lässt indem die Menschen fett und supersize fett sind. Der Zuseher erhält in den 96 Minuten die der Film dauert einen Einblick in die Essunkultur, die die Nahrungsmittelindustrie verursacht, Spurlock zeigt die Zielgruppen, die aggressiven Werbestrategien und die Auswirkungen auf die Konsumenten. Es ist davon die Rede wie diese Nahrungsmittelindustrie mit Hilfe ihrer Lobbyisten die Regierung beeinflusst die unangenehme Gesetzte, die diesem Treiben Einhalt gebieten könnten, erst gar nicht verabschiedet. Gesetzte, die die Junk Food Industrie aus den Schulen verbannt, damit das Schulessen wieder gesünder wird und in der Folge, wie an einem Beispiel gezeigt wird, sich der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit der Kinder deutlich verbessert Gut mögen sie denken – Amerika ist weit, aber – ich habe in unserer schönen Stadt Linz bereits 7 McDonald Restaurants gezählt. Mein Tip: Haben Sie Gusto auf Junk Food – essen Sie eine schöne Bosna, die kracht wenigstens wenn frau hinein beißt und schmeckt doch nach ein wenig mehr als gezuckertem Pappendeckel. Außerdem stinkt man den ganzen Tag nach Zwiebel, so dass dem nächsten Junk Food Konsum sicher eine längere Denkphase vorangeht. Regie: Morgan Spurlock
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| Titel: | Alexander der Grosse |
| Beschreibung: | In einem dreistündigen Epos erzählt Oliver Stone die Geschichte des vielleicht größten Feldherren aller Zeiten. Eine schillernde Figur, die auf einem 35.000 Kilometer langen Feldzug ein Weltreich eroberte. Wie es dazu kam, was diesen Mann bewog werden wir nie wirklich erfahren, denn alle zeitgenössischen Aufzeichnungen, auch die des eigens von Alexander (Colin Farrell) angeheuerten Historiographen Kallisthenes, sind nicht mehr oder nur unvollständig erhalten. Stone lässt die Geschichte von Ptolemaios (Anthony Hopkins), dem Biographen und Weggefährten Alexanders erzählen. Den Dreharbeiten stand Robin Lane Fox als historischer Berater zu Seite und doch kann dies nur der Versuch einer Annäherung an die reale Person bleiben. Im Film ist es der Traum von der Vermischung der Völker, ihre Befreiung aus jeder Sklaverei und die unermesslichen Reichtümer die die fremden Reiche bargen, der Alexander handeln lässt. Seinen Weg begleiten seine übermächtige Mutter Olympias (Angelina Jolie), sein Vater (Val Kilmer) der ermordet wird und dessen Erbe Alexander antritt, sein Liebhaber und General Hephaistion (Jared Leto) und die Männer seines Stabes, die das riesige Reich nach Alexanders Tod in Stücke reißen.
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| Kommentar: | Stärken des Films sind die Darstellung der zunehmenden seelischen und körperlichen Zerstörung der Männer - die Helden leiden. Glorreiche Taten erhalten ihren goldenen Schein erst aus der Distanz der Geschichte - das tatsächliche Erleben ist blutig und schmerzhaft. Auch wurde bei der Ausstattung nicht gespart, tausende von Statisten in historisch authentischen Kostümen und genau recherchierten Schauplätzen entführen den Zuseher in die Zeit 356 bis 323 v.Ch. Leider hat der Film auch seine Längen, besonders im ersten Teil der Geschichte setzt Oliver Stone stark auf die Kraft der Erzählung. Anstatt die Ereignisse schauspielerisch darzustellen wird viel gesprochen, um die gewonnene Zeit später in langwierigen und grausamen Schlachtszenen ausgiebig zu nutzen. Diesen sieht man leider den Einsatz von Computeranimation häufig an und künstlerisch hat es der Kameramann John Mathieson im Film „Gladiator“ besser vorgemacht. Die schauspielerischen Leistungen sind ansprechend und trotz der übermächtigen Ausstattung schaffen es Farell und Co sich durchzusetzen. Gegen Ende des Films wird die Verflechtung Alexanders in seiner Familie und die Bedeutung seiner Freunde gehaltvoller. Für einen amerikanischen Film als typisch gewertet werden darf mit welcher Schamhaftigkeit Alexanders homosexuelle Beziehung zu Hephaistion behandelt wird. Küssen darf Alexander im Film nur seine Frau Roxanne - glückliche Makedonier, sie wussten noch nichts von katholischer Moraltheologie. Dafür ist der Film aber ab zwölf Jahre freigegeben. Abgeschlagene Köpfe und Glieder, so scheint die Meinung der Zensoren, fügen den Kindern Gott sei Dank keinen seelischen Schaden zu, etwas das man vom Anblick sich küssender Männern augenscheinlich nicht behaupten kann. Nichtsdestotrotz gelingt es Oliver Stone die ganze Fülle möglicher Emotionen auf der Leinwand erwachen zu lassen und der Zuseher kann in seinem bequemen Kinosessel mit den Helden weinen und lachen, im Schnee frieren und die heiße Wüstensonne spüren, lieben und hassen, kurz sich von opulenten, großen Bildern fortspülen lassen.
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| Titel: | Sophie Scholl - Die letzten Tage |
| Beschreibung: | Die Geschwister Sophie und Hans Scholl versinnbildlichen heute den jugendlichen, intellektuellen Widerstand gegen Hitlerdeutschland. Sophie (geb. 1921) und ihr Bruder Hans (geb.1918) wurden am 23.Februar 1943 zusammen mit ihrem Freund Christl Probst nach einem kurzen, unwürdigen Gerichtsverfahren zum Tode durch das Fallbeil verurteilt. Die Anklage lautete auf Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung. Der damals bekannte und zu Recht gefürchtete Richter Roland Freisler (wundervoll hassenswert: Andrè Hennicke) führte das Verfahren. Freisler war es auch der vor dem Volkgerichtshof mit der Widerstandsgruppe um Graf von Staufenberg (Attentat vom 20.Juli 1944) in menschenverachtender Weise kurzen Prozess machte. Bei den von Freisler geführten Verfahren handelte es sich keineswegs um den Versuch einer Rechtssprechung, sondern lediglich das Abkanzeln und Demütigen unbequemer Stimmen, die sich gegen das Terrorregime erhoben.
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| Kommentar: | Der Regisseur Marc Rothemund stützte sich bei seiner Arbeit auf die Aussagen von Zeitzeugen und neu entdeckten Verhandlungs- und Vernehmungsprotokollen aus ehemaligen DDR Archiven. Sein wie ein leises Kammerspiel anmutender Film bleibt bis zum Ende spannend und wird getragen von hervorragenden Schauspielern. Allen voran Julia Jentsch die Sophie verkörpert. Unpathetisch und überzeugend führt sie den Zuseher an ihre Figur heran und lehrt ihn Sophie zu bewundern und zu lieben. Die Zwiegespräche mit dem vernehmenden Beamten, ausgezeichnet dargestellt von Gerald Alexander Held, zeigen, dass diese junge Frau nicht aus jugendlichem Leichtsinn sondern aus tiefster innerer Überzeugung und mit glasklarer Argumentation sich gegen den Terror den ihr Volk erdulden musste, versuchte zur Wehr zu setzen. Ihr Bruder Hans (Fabian Hinrichs) war an der Ostfront gewesen und wusste was mit den Soldaten dort geschah. Zurück in München und als Student der Medizin gründete er zusammen mit Kommilitonen die Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“. Sophie sagt im Film: „Wir kämpfen mit Worten“ und kurz vor ihrer Hinrichtung als sie ihre Eltern das letzte Mal sieht: „Ich würde alles wieder genau so machen“. Dieser Film erhielt zu Recht den Silbernen Bären bei der Berlinale. Er ist ein erschütterndes Zeitdokument, verzichtet auf jedes Effekt heischende Moment und zeigt einmal mehr, dass Kino allein durch hervorragendes Spiel (ein Bravo dem gesamten Ensemble), einem guten Drehbuch und guter Regie ein Erlebnis sein kann.
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| Titel: | Accordeon Tribe |
| Beschreibung: | Musikfilme haben meist ein außermusikalisches Thema. Martin Scorces`s „The Last Waltz“ ist der Abschied von der Gruppe „The Band“, Sting feiert in „Bring On The Night“ die Geburt seiner neuen Karriere nach „The Police“, „Accordeon Tribe“ verschafft einem Instrument ein neues Image. Das Akkordeon wird in unseren Breiten häufig mit Musik Marke „Musikantenstadel“ verbunden – mitnichten! Die Musiker Guy Klucevsek (slowenischer Amerikaner), Lars Hollmer (Schwede), Maria Kalaniemi (Finnin), Bratko Bibic („echter“ Slowene) und Otto Lechner (Österreicher) zeigen, dass dieses Instrument alles kann und sie ihm erstaunliche, unverwechselbare und wunderschöne Töne entlocken. Jeder dieser fünf Musiker komponiert mit und für das Akkordeon und beherrscht es meisterlich. Eigentlich sind sie Einzelkämpfer, doch für diesen Film haben sie sich zusammengeschlossen und fünf Akkordeons gleichzeitig auf die Bühne gebracht.
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| Kommentar: | Der Regisseur stellt die Musiker insoweit dem Publikum vor, soweit es ihren Bezug zum Instrument betrifft. Trotzdem bekommt man einen Einblick welch unterschiedliche Charaktere sich hier gefunden haben, die auch auf dem Instrument ihre „Landessprache“ sprechen. Wie in der Musik nicht anders zu erwarten, wenn sie meisterlich beherrscht wird, ergibt genau diese Unterschiedlichkeit ein wundervolles Ganzes. Mögen Sie keine Akkordeonmusik – sehen Sie sich diesen Film an, die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Meinung ändern ist enorm hoch. Für den Fall, dass Sie die Musik dennoch nicht beeindruckt, kann ich Ihnen versichern, dass Sie Ihr nächster Urlaub nach Schweden oder Finnland führt – die Bilder wurden wunderschön eingefangen von Wolfgang Lehner und verursachen akutes Fernweh.
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| Titel: | Million Dollar Baby |
| Beschreibung: | Regisseur, Produzent, Hauptdarsteller und Filmmusikschreiber Clint Eastwood sahnte bei der diesjährigen Oskarverleihung drei der wichtigsten Awards ab (beste Regie, bester Film, beste Hauptdarstellerin, außerdem bester Nebendarsteller). Wenn man den Film gesehen hat, weiß man warum. „Genial“ ist wohl das Wort das diesen Film beschreibt. In ruhigen und oft dunklen Bildern beschreibt Eastwood das Milieu in dem seine Geschichte nach dem Roman "Rope Burns" von F.X.Toole spielt. Eine junge Frau (Hilary Swank) die aus der unteren Gesellschaftsschicht kommt („she knew she was trash“) und sich mit einem Job als Kellnerin über Wasser hält hat einen Traum. Sie möchte Boxerin werden und glaubt dieses Ziel erreichen zu können wenn Frankie Dunn (Clint Eastwood) sie trainiert. Der alte Routinier des Boxsportes ist von dieser Idee wenig begeistert („I don`t train girls“) lässt sich letztlich doch von Maggies eisernem Willen und ihrer schier grenzenlosen Energie beim Training überzeugen.
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| Kommentar: | Was der Zuseher nun zu sehen bekommt ist weit weg von der üblichen, amerikanischen Erfolgsstory wie: „Frau sucht sich Trainer, Trainer lässt sich erweichen, Frau wird nach den üblichen Rückschlägen Weltmeisterin und am Ende reiten die beiden zusammen in den Sonnenuntergang“. Im Gegenteil hat Eastwood sich wieder als großer Künstler bewiesen. Die sensibel gezeigte, langsam wachsende Vater-Tochter-Beziehung zwischen Trainer und Schützling steht im krassen Gegensatz zu den hervorragend choreographierten und äußert harten Kampfszenen in denen Maggie sich nach oben arbeitet (nichts für zarte Gemüter!). Der Film macht im letzten Drittel einen neunzig Grad Wende und Maggie wird in einem unfairen Kampf lebensgefährlich verletzt. Die Beziehung der beiden definiert sich neu. Als Maggie ihren „Boss“ bittet etwas für sie zu tun, worum niemand von uns gebeten werden möchte, lehnt Frankie als erste Reaktion ab. Am Ende siegt seine Liebe zu der jungen Frau über seine Prinzipien.
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