grafisches element

 

"Frau sein" im Allgemeinen - Sie fragen, wir antworten

Hier finden Sie alle bisherigen Fragen  rund ums Thema "Frausein" im Allgemeinen, denen wir bereits nachgegangen sind.



 
1. Wozu das ganze Gerede über Chancengleichheit - Frauen haben doch eh schon so viel erreicht?
Im letzten Jahrhundert hat sich viel für die Frauen verbessert. Aber: Tatsächliche Chancengleichheit gibt es auch in Österreich bei weitem noch nicht. Die Lohnschere hat sich zum Beispiel nicht verringert, sondern klafft zunehmend weiter auseinander. Ein Großteil der Haus- und Familienarbeit wird durch Frauen geleistet. Jede fünfte Alleinerziehendenfamilie - und Alleinerziehende sind in der Regel Frauen - ist in Österreich akut von Armut bedroht. etc. etc.
Zahlreiche einschlägige Untersuchungen und Statistiken hierzu können im Frauenbüro eingesehen werden.


 
2. Der Frauenausschuss der Stadt Linz - was ist das?
Die Stadt Linz setzt sich aktiv für Chancengleichheit und Frauenförderung ein. Linz ist die einzige österreichische Stadt, die einen eigenen gemeinderätlichen Ausschuss für Frauenangelegenheiten eingerichtet hat. Auf politischer Ebene werden hier Maßnahmen zu Gleichbehandlung und Frauenförderung erarbeitet und beschlossen. Vertreten sind alle Parteien, geleitet wird er durch Gemeinderätin Erika Rockenschaub (SPÖ).


 
3. Was tut das Linzer Frauenbüro?
as Frauenbüro ist ein Bindeglied zwischen Frauen, Fraueninitiativen und Verwaltung. Neben einer Reihe von Projekten liegt ein Schwerpunkt in direkten Serviceleistungen für Frauen wie Informationsvermittlung, kostenlose Rechtsberatung, Erstanlaufstelle für ratsuchende Frauen etc. Näheres dazu siehe: http://www.linz.at


 
4. Wozu eine eigene Rechtsberatung von Frau zu Frau?
Das Wissen um die einem zustehenden Rechte und Möglichkeiten ist die grundlegende Voraussetzung, um diese auch tatsächlich zu bekommen. Und die Erfahrung zeigt: Von Frau zu Frau gehen häufig bestimmte Probleme leichter über die Lippen. Dazu bietet das Frauenbüro eine kostenlose und anonyme Rechtsberatung.


 
5. Was kann ich tun wenn ....?
Das Frauenbüro bietet eine Erstanlaufstelle für ratsuchende Frauen. Die Stadt Linz verfügt über ein breites Angebot an Beratungseinrichtungen. Häufig sind diese den Frauen jedoch in der konkreten Problemsituation nicht bekannt bzw. wissen sie nicht, an wen sie sich wenden sollen. Hier hilft die Erstanlaufstelle im Frauenbüro mit Erstberatung und bei Bedarf Vermittlung sowie Kontaktherstellung und gegebenenfalls Intervention.
Eine eigene Fraueninfocard zu Beratungseinrichtungen in Linz kann im Linzer Frauenbüro angefordert werden.


 
6. Was beinhaltet der Frauenaktionsplan?
er Frauenaktionsplan beinhaltet eine Reihe von Projekten zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen. Diese reichen von Maßnahmen zur "Sensiblisierung Linzer Betriebe zu Frauenförderung" bis hin zum "Marianne von Willemer-Preis". Näheres zu den Projekten unter: http://www.linz.at. Entwickelt wurde der Frauenaktionsplan durch den Frauenausschuss der Stadt Linz und das Linzer Frauenbüro.


 
7. Hat Linz tatsächlich eine Vollversorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen
In Linz steht für jedes Kind ab drei Jahren ein Kinderbetreuungsplatz zur Verfügung. Das Angebot ist so groß, dass derzeit aufgrund zurückgehender Nachfrage sogar wieder Kindergartengruppen geschlossen werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (zum Beispiel durch Kinderbetreuungseinrichtungen) ist eine wesentliche Voraussetzung für die Chancengleichheit der Frauen.


 
8. Was ist "gender mainstreaming"?
Im EU-Vertrag von Amsterdam wurde das Prinzip des "gender mainstreaming" verpflichtend festgelegt. "Gender Mainstreaming ist die (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung grundsatzpolitischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte auf allen Ebenen und in allen Phasen durch alle normalerweise an politischen Entscheidungsprozessen beteiligten Akteure und Akteurinnen einzubringen."
Das bedeutet kurz gesagt, in allen Bereichen die Auswirkungen von Maßnahmen auf deren Einflüsse auf das soziale Geschlecht hin zu beurteilen - und zwar bereits vor deren Einführung.


 
9. Was ist der Unterschied zwischen emanzipatorischer Frauenpolitik und traditioneller Familienpolitik?
manzipatorischen Frauenpolitik stellt die Frau als Individuum in den Mittelpunkt. Die Auswirkungen: Die Förderung eigenständiger Existenzsicherung z.B. durch Erwerbstätigkeit, verstärkte Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf etc.
Traditionelle Familienpolitik sieht Frauen primär im Familienzusammenhang, in einer Rolle als Ehefrau und Mutter. Die Auswirkungen: Verstärkte Förderung von Familien bei gleichzeitiger Forcierung der Kinderbetreuung durch die Mütter.
Das Frauenbüro bekennt sich zum emanzipatorischen Ansatz mit dem Ziel der Chancengleichheit.


 
10. Profitieren Frauen vom Sozialstaat - wozu ein eigenes Volksbegehren "Sozialstaat Österreich"?
In der öffentlichen Diskussion wird sehr häufig Sozialstaat mit Sozialschmarotzer verbunden und gleichgesetzt. Vom Sozialstaat profitiert aber vor allem die "breite Mittelschicht". Die Errungenschaften des Sozialstaates sind unverzichtbare Grundlage für die Erreichung einer Chancengleichheit von Frauen und Männern. Eine Demontage des Sozialstaates, wie sie derzeit beobachtbar ist, wird insbesondere zu Lasten der Frauen gehen. Dies durch die Schwächung der Hauptsäulen wie Kranken- und Unfallversicherung, Altersvorsorge, Arbeitslosenversicherung und das öffentliche Bildungswesen. Das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" will dem entgegenwirken.


 
11. Ich habe den Eindruck, dass ich gegenüber meinen männlichen Arbeitskollegen beruflich benachteiligt
Das Gleichbehandlungsgesetz verbietet dem Dienstgeber, jemand aufgrund seines/ihres Geschlechts zu benachteiligen.
Ausschlaggebend ist also, dass es keine sachlichen Gründe (z.B. andere Aufgabe, längere Betriebszugehörigkeit etc.) dafür gibt, dass Sie anders behandelt werden als Ihr Kollege.
Versuchen Sie daher, sich die nötigen Informationen zu beschaffen und Beweise zu sammeln, um diese Frage beurteilen zu können.
Nehmen Sie auf jeden Fall Beratung in Anspruch.
Kostenlose Beratung erhalten Sie bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft, Telefon 0800 206119, zum Ortstarif.
Wenn feststeht, dass eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vorliegt, haben Sie bei Benachteiligung beim Entgelt Anspruch auf Gleichstellung und Nachzahlung der Einkommensdifferenz.
Für Benachteiligungen beispielsweise beim beruflichen Aufstieg gibt es einen pauschalen Schadenersatz.


 
12. Warum sind in politischen Ämtern und Positionen wesentlich weniger Frauen als Männer vertreten?
Zum Nachteil von Frauen wirken auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen. So sind Frauen - neben einem wachsenden beruflichen Engagement - immer noch fast ausschliesslich für die Haus- und Familienarbeit zuständig.
Diese Mehrfachbelastung erschwert es, Ämter und Mandate zu übernehmen. Frauen haben zudem weniger Zugang zu einflussreichen Netzwerken und ihnen steht in der Regel weniger Geld für den Wahlkampf zur Verfügung als Männern.

Zahlen und Fakten aus Oberösterreich - Frauenanteil in der Politlandschaft (Stand Oktober 2000)

Landtag    25 Prozent
Stadträtinnen    20 Prozent
Gemeinderätinnen    19 Prozent
Landesregierung    18 Prozent
Gemeindevorstände    9 Prozent
Vize-Bürgermeisterinnen    2,7 Prozent
Bürgermeisterinnen    0,5 Prozent


 
13. Sind Frauen der bessere Teil der Menschheit?
Ich glaube nicht. Aber sie sind auch nicht schlechter als Männer, warum sollten Sie deshalb schlechter behandelt werden?

Da sich andere nicht für unsere Gleichstellung einsetzen, müssen wir es selbst tun. Und, liebe Frauen, wir sollten möglichst systematisch, überzeugend und intelligent alle Möglichkeiten suchen, nutzen oder erstreiten, die es gibt, um voran zu kommen. Weniger Lamento, mehr Raffinesse, Charme und Power! Dazu brauchen wir Kraft, Zuversicht und mindestens etwas Gedanken- und Erfahrungsaustausch!
Das Internet ist dazu gerade gut genug! Also, vernetzen wir uns! Teilen uns Termine mit oder schreiben uns einfach mal, wenn`s wieder mal zu arg wird, mit der männlichen Macht!


 
14. Internationaler Frauentag - Warum am 8. März?
Die Geschichte des Internationalen Frauentages ist ebenso lang wie bewegt. Der erste Internationale Frauentag wurde 1911 abgehalten. Damals gingen in Österreich, Schweden, Dänemark, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Sie wollten ihren Forderungen nach dem Frauenwahlrecht Nachdruck verleihen. Das Datum soll an die Märztage der Revolution von 1848 erinnern, die von Frauen unterstützt wurde.

1912 schlossen sich Frankreich, die Niederlande, Schweden und später noch Russland dem Internationalen Frauentag an. Allerdings gab es kein fixes Datum dafür, sondern wechselte ständig. Erst seit dem 8. März 1921 findet der Internationale Frauentag jährlich zu diesem Termin statt. Die Gründe dafür liegen im Kampf der weiblichen Arbeiterbewegung:
Am 8. März 1857 waren die Textilarbeiterinnen in New York in einen Streik getreten.

Am 8. März 1908 traten zusammen mit anderen Arbeiterinnen der Textilfabrik Cotton in New York in den Streik um für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen. Um eine Solidarisierung der Gewerkschaften und anderer Belegschaften zu verhindern, wurden diese Frauen vom Fabrikbesitzer und den Aufsehern in der Fabrik eingeschlossen. Aus ungeklärten Gründen brach in der Textilfabrik ein Brand aus und zerstörte sie gänzlich. Nur wenigen der eingesperrten Arbeiterinnen gelang die Flucht; 129 Arbeiterinnen starben in den Flammen.

Der 4. Internationale Frauentag am 8. März 1914 ist mit Skandalen behaftet. "Heraus mit dem Frauenwahlrecht" lautet die Aufforderung auf wirkungsvollen Plakaten und Flugblättern. Der Berliner Polizeipräsident hält die Schlagzeile für eine Beleidigung der Obrigkeit und verbietet die Plakatierung mit dem Effekt, dass noch mehr Interesse am Internationalen Frauentag entsteht.

Am 8. März 1917 traten die Textilarbeiterinnen von Petersburg in den Streik, die den Beginn der Februarrevolution auslösten.
Die Frauen wählten sich für sämtliche Internationale Frauentage ein gemeinsames Motto, um Zeichen zu setzen und Änderungen zu schaffen: gegen Privilegien, für einen gemeinsamen Frieden, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Anerkennung der Menschenrechte., Chancengleichheit - manche Themen sind leider noch immer aktuell und die Forderungen des Internationalen Frauentages ein wichtiges Anliegen. Die Situation der Frauen in Europa und Amerika hat sich wesentlich verbessert, aber noch immer verdienen sie um 35% weniger als ihre männlichen Kollegen, haben weniger Aufstiegschancen, und empfinden noch lange nicht, dass sich Chancengleichheit durchgesetzt hat. Es gibt also immer noch ausreichend Gründe, für die Rechte der Frauen einzutreten - nicht nur am Internationalen. Frauentag am 8. März.


 
15. Die Frauen und die SPÖ
Was ist ihr konkretes Programm?
Wir haben vier Schwerpunkte: 1. Die Beschäftigung für Frauen. 2. Bildungspolitik für Frauen. 3. Vereinbarkeit von Job und Kind und 4. ein eigenständiges Leben im Alltag. Dahinter verbergen sich viele Details. Nähere Infos dazu finden sich auf der SPÖ-Homepage http://www.spoe.at/frauen.

Wenn die SPÖ wieder regiert, gibt es dann das Kinderbetreuungsgeld noch?
Ja, da es den Frauen nicht zumutbar ist, sich alle paar Jahre auf eine neue gesetzliche Lage einzustellen. Allerdings schlagen wir Adaptierungen vor - weg von der starren Regelung zu mehr Autonomie und Stärkung der Eigenständigkeit der Frauen. Es soll möglich sein, die Arbeitszeit, die Karenzdauer sowie die Höhe des Kindergeldes flexibel zu gestalten, d.h. eine kürzere Bezugsdauer zieht mehr Kindergeld nach sich und z.B. eine Neuregelung der Zuverdienstgrenzen.

Was soll im Bereich der sozialen Absicherung passieren, die Statistik spricht von einer großen Steigerung von Teilzeitjobs bei Frauen?
Wichtig ist bei allen sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen sie arbeits- und sozialrechtlich gleichzustellen. Teilzeit darf maximal eine Möglichkeit sein, wenn Kinder klein sind - und das für Mütter und Väter. Die SPÖ-Frauen stehen für ein gesetzliches Mindesteinkommen. Wir werden versuchen, dafür BündnispartnerInnen zu finden.